Diedenberger Heimatgeschichtsverein

Nr.45

Über den Weinbau in der Gemarkung Diedenbergen

von Ernst Schütz

Schon die Römer betrieben Weinbau in unserer Gegend und auch aus dem 8. und 9.Jahrhundert belegen Urkunden den Weinbau in unserem Umland.

Die ersten urkundlichen Belege für den Anbau von Wein finden wir im Diedenberger Gerichtsbuch von 1550 – 1688, in dem die Verpfändung von 6 Morgen und 41 Ruten Weingarten eingetragen ist. Auch in Band 2 der drei Bände des uns überlieferten Flur- und Gewannbuchs der Gemeinde Diedenbergen sind die „Wein-Gärten“ , geordnet nach ihrem Ertrag, aufgelistet.

In der Hauschronik Buch von 1718 bis 1860 und in der Kirchenchronik von 1816 bis ins 20.Jahrhundert sind Angaben über die Qualität des Weins der einzelnen Jahrgänge zu finden, die im Vergleich miteinander wie auch mit den Notizen eines Weingutes im Rheingau recht gut übereinstimmen.

Beim Neubau der Kirche wurden in den Grundstein „zwei gläserne Bouteillen, in der einen roten, und in der anderen weißen Wein“ gelegt.

Das Manuskript beschreibt die Größe der Weinbauflächen in Diedenbergen und ihren Ertrag im Wandel der Zeiten. Im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden sind Unterlagen über den Weinbau in Diedenbergen 1893 zu finden. Angebaut wurde vor allem Silvaner und in geringerem Maß Riesling.

1901 wurde eine Verordnung zur Bekämpfung der Reblaus in Diedenbergen erlassen.

1904 mussten nach starkem Reblausbefall 24 ha Weinbaufläche gerodet werden, nur etwa 8-10 Morgen (2-2,5 ha) blieben erhalten.

Als die von der Reblaus vernichteten Weinberge neu angelegt wurden, ging man zu Pfropfreben auf Amerikanergrundlage über. Man verwendete leistungsstarke Einzelpflanzen, betrieb bessere Bodenpflege und achtete auf gute Düngung, so dass in den Jahren 1950/59 gegenüber 1878/87 um mehr als das Doppelte gelesen werden konnte.

Einer Aufstellung sind alle Kelterhäuser zu entnehmen.

Bis in die 1930er Jahre wurde der Diedenberger Wein an einen Hochheimer Weinkommissionär verkauft und kam dann als „Hochheimer Daubhaus“ auf den Markt.

Nach 1945 ließen sich einige Bauern Etiketten drucken und verkauften ihren Wein selbst, einige dieser Etiketten sind im Manuskript abgebildet.

Nach einer Aufzählung der Schädlinge und Krankheiten der Reben wird über die Weinherstellung berichtet von der Ernte der Trauben über die Mostgewinnung sowie Klärung und Reife des Weins bis zu seiner Pflege und Lagerung im Weinkeller.

1990 wurde auf einem 1334 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Schwarzwaldstraße und Neuem Weg der Weinberg der Stadt Hofheim angelegt

(esch)